Hier kann man doch vom Boden essen…

Hier kann man doch vom Boden essen…

Am Samstag habe ich endlich einen Lost Place besucht, den ich schon länger im Auge hatte. Eine Freundin von mir wollte unbedingt Fotos in ihrem neuen Gothic Outfit machen und ich durfte mich bereit erklären, die Bilder zu schießen. Da zu einem düsteren Outfit besonders gut ein düsterer Ort passt, habe ich mich dazu entschieden, ein paar Fotos in einer Hausruine zu machen, die man von der Autobahn aus zwischen Lerchenberg und Finthen sehen kann.

Gesagt, getan. Da ich leider (O-Ton) „einen Orientierungssinn wie eine Bockwurst“ habe und wir beide den Punkt auf der Karte einfach nicht haben finden können, sind wir trotz Navi etliche Male im Kreis gefahren, haben ein paar Feldwege unsicher gemacht, erfolglos neben der Coface Arena geparkt und laut disktuierend das Haus auf der Karte gesucht, uns versehentlich in Gonsenheim verirrt, wieder ein paar Feldwege unsicher gemacht und zu guter letzt mitten in der Pampa geparkt, um gefühlte 2km zu Fuß zurückzulegen. Also sind wir zu zweit direkt neben der Autobahn auf dem Feldweg spaziert, auf einem schmalen Weg zwischen zwei Feldern durchgestakst, haben eine Unterführung überquert, nur um dann festzustellen, dass der Weg von der Coface Arena aus wesentlich kürzer und unbeschwerter gewesen wäre.

An dieser Stelle sei ein großes Lob an den Hersteller der Spitzenstrumpfhose meiner Freundin ausgesprochen: 3/4 des Weges durchs Feld hat sie ohne Schuhe, dafür mit Strumpfhose, zurückgelegt, und die Netzstrumpfhose hat weiterhin genauso viele Löcher, wie auch vorher schon. Mit Plattform Heels ließ es sich aber auch nicht besonders bequem durch den Acker laufen…

 

Der Fliederbusch

Der Fliederbusch

Das Gebüsch am Eingang

Das Gebüsch am Eingang

Die Hausruine an sich ist ein genialer Ort zum Klettern, liegt direkt vor den Eisenbahnschienen, umrahmt von Fliederbüschen und Bäumen. Am Eingang haben wir die allerersten Fotos gemacht, da die blauen Haare meiner Freundin einen schön leuchtenden Kontrast zur mehr oder weniger absichtlich weißen Wand gegeben haben.

 

Der Eingang

Der Eingang

Fast die gesamte Decke des zweistöckigen Hauses ist eingestürzt. In den ersten Stock gelangt man nur noch, in dem man über den Schutt klettert und sich an den Planken festhält.

 

Graffitti im Erdgeschoss

Graffitti im Erdgeschoss

Fenster im Erdgeschoss

Fenster im Erdgeschoss

Im OG eröffnet sich aber nicht nur ein Paradies für Sprayer, sondern auch verschnörkerlte Verandagitter und ein Ausblick auf die umliegenden, gelb leuchtenden Rapsfelder.

Der Rest des 1. OG

Der Rest des 1. OG

 

Graffiti ohne Dach

Graffiti ohne Dach

J&M =

J&M = <3

Die Schwelle zum verschwundenen Zimmer

Die Schwelle zum verschwundenen Zimmer

Der Balkon

Der Balkon

Widerstandsfähige Mauern

Widerstandsfähige Mauern

Die Rapsfelder

Die Rapsfelder

 

Hier ist es so sauber, man kann sich sogar hinlegen

Hier ist es so sauber, man kann sich sogar hinlegen

Scheinbar haben sich hier erst kürzlich Leute wohnlich eingerichtet. Neben Bierflaschen und Kästen findet man auch Decken und alte Sofapolster, Gabeln und es hast sich sogar jemand die Mühe gemacht, eine Art Gardine anzubringen.

Die schick drapierte Gardine

Die schick drapierte Gardine

Ein sehr bequemer Schlafplatz

Ein sehr bequemer Schlafplatz

 

Die unscharfe Gabel

Die unscharfe Gabel

Der Fußweg zurück war mindestens so langwierig wie der hinweg, ging aber durch die fehlenden High Heels deutlich schneller. Zumindest ging die Heimfahrt deutlich schneller als die Rückfahrt. Nach Hause findet man ja bekannterweise immer 😉

Hingehen werden wir auf jeden Fall nochmal. Dann allerdings in bequemeren Klamotten, alle Teile der Ruine haben wir schließlich noch nicht erklettert.